Was für ein aufregender Tag. Viele Journalisten aus aller Welt kamen frühzeitig ins Medienzentrum im Edmonton Commonwealth Stadion, um die letzten Vorbereitungen für die WM-Eröffnung zu erledigen und gleichzeitig das CL Finale nicht zu verpassen.

In der Pause des Champions League Spiels habe ich die Gelegenheit genutzt, um mich mit Zhang Nan, einer chinesischen Journalistin, auszutauschen. Es war im Vorfeld sehr schwierig, gute Informationen über China zu erhalten. Als langhaarige Vollblutblondienenfußballerin erhielt ich dann doch ganz schnell brauchbare Inputs (Ziel der Chinesinnen an der WM, Verdienstmöglichkeiten als Fußballerin in China, wer die „heimlichen Stars“ sind. Wir haben auch so viel wie möglich über unseren Liebling „Lisi“ Wang erfahren wollen. Mehr als „sie ist beidfüßig“, konnte ich leider nicht verstehen. Natürlich habe ich bei der Aussprache des Namens schon verstanden, dass man den Vornamen nicht „bayerisch-schweizerisch“ ausspricht. Aber die Geschichte ist auch zu schön. Genauso haben wir gehofft, dass Han Peng ein Tor schießt…).

Die zweite Halbzeit des CL-Finals schauten wir direkt aus der Kommentatorenkabine. Dani Wyler stellte frühzeitig die Leitung nach Zürich her. Wir ließen uns die CL-Bilder auf unsere Monitore liefern und konnten nebenher beobachten wie sich das Stadion langsam füllte.

Die Atmosphäre im Stadion war sehr familiär, die Erwartungen und Vorfreude waren zu spüren. Wie immer ist es einfach Gänsehaut pur, wenn in Kanada in einem ausverkauften Sportstadion die Hymne „Oh Canada“ erklingt. Auch wenn ich schon sehr lange im Sportbusiness drin bin, so habe ich mein Handy gezückt und diesen Moment gefilmt!

Zum Glück hat am Anfang der Übertragung immer Dani Wyler das Wort, darauf folgen die Hymnen und dann geht es für mich „richtig“ los. Diese Minuten vor meinem ersten Statement sind eine große Hilfe: Es ist ein wortloses Herantasten an das Spiel, an die Geschehnisse und man begreift, dass man Teil von diesem Spektakel ist.

Die Chinesinnen zeigten ein sehr diszipliniertes Spiel, so wie es zu erwarten war. Die Kanadierinnen taten sich sehr sehr schwer. Christine Sinclair erzielte in der 91. Minute per Elfmeter das 1-0. Als Star, der immer im Rampenlicht steht und Leistung abrufen muss, hatte ich mit Christine Sinclaire mitgefiebert, als sie zum Penalty anlief. Sie traf. Gut für Kanada, gut für die WM-Stimmung und vor allem sehr gut für Christine.

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